World Natural Heritage of UNESCO

Die UNESCO erklärt die Dolomiten zum Weltnaturerbe

Am 26. Juni 2009 hat die UNESCO die Kalkberge im Norden Italiens in die Liste der schönsten Landschaften der Welt aufgenommen. Die UNESCO (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization) führt eine Liste weltweit geschützter Naturparadiese und kultureller Kleinode, die sie als besonders erhaltenswert betrachtet. In den letzten Jahren hat sich die Organisation mit der Bewerbung der Dolomiten als Weltnaturerbe auseinander gesetzt. Sie wurde gemeinsam von den fünf nordöstlichen Provinzen Italiens, in denen sich die Dolomiten befinden, – Südtirol, Trentino, Belluno, Udine und Pordenone – eingereicht. Ihr Ziel: die Anerkennung der DOLOMITEN als UNESCO-Weltnaturerbe.

Die IUCN (International Union for Conservation of Nature) prüfte im Auftrag der UNESCO in wie weit die Dolomiten, die Kriterien zur Anerkennung erfüllen. Das Ergebnis: Die Dolomiten sind aus geologischer, botanischer und landschaftlicher Sicht einzigartig und deshalb mit keinem anderen Gebirge auf der Welt zu vergleichen. Die IUCN dazu: „Die Dolomiten werden vielfach zu den weltweit schönsten Berglandschaften gezählt, obwohl sie bei weitem nicht die höchsten Gipfel oder die größten Gletscher aufweisen." Dabei wurden die ästhetischen Vorzüge, die geologischen Besonderheiten und die Vielfalt der Flora, mit über 2.400 Pflanzenarten, hervorgehoben. In ihrer Gesamtbeurteilung hat die IUCN der UNESCO Welterbe-Kommission empfohlen, die Dolomiten in die Liste der schönsten Naturschauplätze aufzunehmen. Beim 33. Jahreskongress in Sevilla, ist die UNESCO am 26. Juni 2009 dieser Empfehlung gefolgt. Die Dolomiten gehören zu den 50 schönsten und wertvollsten Landschaften Europas und 199 weltweit.

Die Dolomiten: vom Südseeatoll zum imposanten Gebirge

Warmes, türkisfarbenes, seichtes Wasser, Korallenriffe, bunte Fische, Krustentiere, weiße Strände. Diese Beschreibung passt perfekt zu einem idyllischen Atoll in der Karibik – aber auch zu den Dolomiten, denn die Dolomiten haben ihren Ursprung in einem prähistorischen Tropenmeer.
Vor rund 250 Millionen Jahren war der heutige Alpenraum ein Teil des Pangäa-Kontinentes und lag wesentlich weiter südlich, nämlich innerhalb des tropischen Klimagürtels der Erde. Durch das Vorkommen von Weichtieren, Algen, Korallen und Fischen, ergab sich in diesem Gebiet eine überhöhte Kalkproduktion. Durch Vulkanismus mengten sich Basaltmagmen hinzu, die zum vermehrten Absterben der Organismen führte, die sich auf dem Boden ablagerten.

Als Folge davon sind die Dolomiten heute eine wahre Schatztruhe für Fossiliensammler. Die Wirkung der Tektonik hob den Meeresboden an, das Urmeer zog sich endgültig zurück und das Hauptdolomit wurde frei gesetzt. In der Folge sind Gebirgszüge durch die wandernden Erdschollen emporgehoben worden, der Sandstein wurde von kalkigen Bindemitteln zusammen gehalten und vom enormen Druck der darüber liegenden Schichten zusammengepresst.

Nach der Eiszeit wird das Aussehen des Dolomitengebirges entscheidend geformt, das Schmelzwasser wird zum Bildhauer der Landschaft. Geröll und Schutt wird zu Tal geschwemmt, Wind, Regen, Frost und Sonne arbeiten unermüdlich weiter, sodass die Dolomiten ständig im Wandel sind.

Zu den Besonderheiten, die auf die einzigartige, mineralogische Zusammensetzung der Dolomiten zurück zu führen sind, gehört zweifelsohne das berühmte Alpenglühen bei Sonnenuntergang, „Enrosadira" genannt. Das Vorkommen von Kalziumkarbonat und Magnesium im Dolomit, begünstigt das Phänomen im Abendrot. Dabei verfärben sich die Felswände mit steigender Intensität bis glühend Rot und klingen dann stetig über Orange bis hin zu immer dunkler werdendem Violett, ab. Die Enrosadira ist zu einem Markenzeichen der Dolomiten geworden und gehört wohl zu den außergewöhnlichsten Naturschauspielen überhaupt.

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